3D-Drucker selber bauen

Platine für den 3D-Drucker

gelötete Platine (Quelle: Christoph Stuhldreier – Flickr: Stuhli_Image)

Es gibt ungefähr 10-15 verschiedene Anbieter von 3D-Drucker und 10-mal so viele Anbieter für Zubehör. Bei fast allen sind die einzige Elemente, die man selbst zusammen bauen kann, die “Kartuschen” mit dem Druckmaterial. Aus diesem Angebot sticht ein Anbieter heraus, der sich selbst nicht als klassischer Hersteller versteht, sondern als freie, gemeinnützige Organisation. Diese heißt RepRap und bietet auf der eigenen Website Baupläne für insgesamt 4 Druckermodelle.

Um einen dieser 3D-Drucker selber zu bauen, benötigt man folgende Teile, die aus dem Baumarkt, aus einem Elektronikfachgeschäft und unter reprap.org beschafft werden können:

  • Software
  • Leichtmetallstangen
  • Plastikverbindungen
  • Motor
  • Prozessor

 

Schritt 1: Die Software

RepRap bietet Software, mit der Modelle und die Software selbst entwickelt werden können. Wichtig ist, dass Java auf dem eigenen Rechner installiert ist. Obwohl derzeit die Version Java7 die aktuellste ist, wird Java5 empfohlen, weil dort weniger Fehler zu erwarten sind (vor allem unter Windows). Weiterhin sind zum Ausführen der Software die Arduino-Entwicklungsumgebung (Mikroprozeesor) und einige Add-Ons dafür notwendig. Praktischerweise sollte auch Eclipse nicht fehlen, um die vorhandenen Entwicklungsdaten über Sourceforge herunterzuladen und je nach Kenntnisstand weiterzuentwickeln. Hier also noch einmal die vollständige Software-Liste, für die ersten Schritte zu Ihren eigenen 3D-Drucker:

Der RepRap-Drucker erzeugt GCode für die Verarbeitung der Volumenmodelldaten. Dieser Code ist in vielen CNC-Programmen gängiger Standard.

Schritt 2: Technik einkaufen und zusammen bauen

Die Mechanik und Elektronik, die man benötigt um einen 3D-Drucker selber zu bauen, kann man in sogenannten Kits oder als Einzelteile kaufen. Natürlich sind Kits für einen bestimmten RepRap Drucker vorteilhafter, das bereits alle Teile vorliegen. Aufgrund der Versandkosten empfehlen wir für deutsche Bastler den Shop electronic-things.de. Dort gibt es nicht nur ein Komplett-Baukasten für nahezu alle RepRap-Drucker, sondern zusätzlich Druckmaterial und Ersatzteile. Die Bauanleitung befindet sich anbei und die Zeit zum Aufbau beträgt ca. 2h Stunden.

Wer Kontakte zu Besitzern von RepRap-Druckern hat oder diese herstellen kann, kann sich diese auch dort drucken lassen.

Die Platine kann selbst zusammengebaut werden. Aber mal ehrlich, wer sich schnellstmöglich einen 3D-Drucker zusammen bauen möchte, hat doch nicht wirklich Interesse an zeitaufwändigem Löten und Schrauben. Auch wenn es dann ordentlicher aussieht, greift wohl der meiste Teil auf fertige Platinen von MakerBot zurück.

Die Verkabelung ist noch einmal ein Knackpunkt beim Zusammenbau. Dafür werden insgesamt ca. 42,4 Meter Kupferkabel benötigt. Für den Mendel existiert ein Video für das Verkabeln, das wir Ihnen wärmstens raten anzusehen, bevor es losgeht:

RepRap Mendel Wiring

Der Schaltplan sieht folgendermaßen aus:

RepRap Mendel selber bauen

Verkabelung RepRap Mendel (Quelle: www.reprap.org/wiki/Elektroverkabelung)

Schritt 3: Software installieren

Der Microcontroller Arduino benötigt zum Arbeiten die unter Schritt 1 heruntergeladene Software. Diese muss also installiert werden. Erfahrene Nutzer von Arduino-Controllern kennen diesen Vorgang sicherlich, für alle anderen gibt es hier eine Schritt für Schritt Anleitung, wie das Motherboard und die Extruder-Steuerung programmiert werden.

ACHTUNG: Der Extruder muss vor einem Start, in der Firmware des Motherboards, kalibriert werden. In der Datei configuration.h muss der Wert für E_STEPS_PER_MM auf die eingesetzte Zahnwelle angepasst werden.

Nicht bauen – Drucken? Für Eilige

Wer sich nicht die Mühe machen möchte einen 3D-Drucker selber zu bauen und trotzdem ein kostengünstiges Modell von RepRap besitzen möchte, hat die Möglichkeit einen gebrauchten RepRap-Drucker zu kaufen. Im dortigen Forum werden 3D-Drucker angeboten, jedoch ist dabei die Funktionsfähigkeit nicht immer geklärt.

Diesen Beitrag schrieb Danny
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